Bei Koalitionsverhandlungen werden zunächst alle großen Probleme abgehandelt, dann kommt traditionell die Kulturpolitik an die Reihe. Das hat sich nicht verdient, sonst übernehmen falsche Propheten. Mein Politisches Feuilleton am 28. November 2017 auf Deutschlandfunk Kultur. 

 

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft. Darin liegen Chancen und Risiken verborgen. Erstere müssen genutzt, zweitere administeriert werden. Unsere Gesellschaft verarmt, wenn es keinen Zufall und keine Sünde mehr gibt. Dazu mein Statement auf Futur2.org

 

Statt zu klagen, dass Flüchtlinge unsere Kultur verändern, sollten die Deutschen die kulturelle Integration aktiv gestalten. Wir müssen einen neuen Gesellschaftsvertrag diskutieren, der Grundwerte mit Vielfalt vereinbar macht. Mehr dazu von mir im Politischen Feuilleton von Deutschlandradio Kultur

 

"Wir sind nicht von hier." Das war das Gefühl der Flüchtlinge und Vertriebenen, die nie richtig in der neuen „Heimat“ angekommen waren. Ihre Sehnsucht galt dem Verlorenen. Die Generation der Kinder und Enkel verweigerte sich der Wehmut. Das Thema „Flucht und Vertreibung“ blieb als Leerstelle. Dabei sind die Erzählungen der Erlebnisgeneration viel Wert. Fernab von jeglichem Revanchismus wissen die Kinder und Enkel der Flüchtlinge und Vertriebenen, was ihre Wurzeln sind. Und sie tragen einen großen Schatz, nämlich das Wissen um die traurige Geschichte Europas. Ihre Herkunft zeigt, dass die Zukunft des Kontinents nur in einem Miteinander von Ost und West gestaltet werden kann. Aus der Tragik von Flucht und Vertreibung kann in dieser Perspektive ein Aufbruch für ein kosmopolitisches und gastfreundliches Europa werden. Diese Perspektive nimmt das Buch "Alte Wurzeln, neue Heimat: Die Enkel der Flüchtlinge und Vertriebenen als Avantgarde des Kontinents" auf. Es ist im Oktober 2015 bei Bautz in Nordhausen erschienen.

 

 

 

 

„Martin Lätzel erweitert den Diskurs über die Folgen von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg um eine überraschende, positive Perspektive. Das ist, bei aller Wichtigkeit von Aufarbeitung und Traumabewältigung, auch bitter notwendig, denn Martin Lätzel richtet den Blick nach vorne, in die Zukunft.“ Kristof Warda, Schleswig-Holstein 01/2016

 

                                                                                                                                                

Die Digitalisierung ist eine Herausforderung. Sie verändert unsere Kultur und hat deswegen Auswirkungen auf die Kulturelle Bildung. Wie mit dieser Herausforderung umgegangen werden kann, überlege ich in einem Essay für die Kulturpolitischen Mitteilungen III/2014: Die Logik des Algorithmus. Kulturelle Bildung im Zeitalter digitaler Verflüssigungen.

 

 

Fernsehprogramme machen mit Misswahlen und Schlagersternchen Quote. Musicals sind erfolgreicher als Theaterstücke. Der direkte Zusammenhang zwischen Kultur und Demokratie ist verloren gegangen und unsere Demokratie dadurch gefährdet. Das ist meine Meinung im Politischen Feuilleton vom 26. August 2014 auf Deutschlandradio Kultur.

 

 

Gewaltlosigkeit und Friedenswille gehören zum Wesen des Christentums. Doch verhielten sich deutsche Katholiken im Ersten Weltkriegs ambivalent. Während die Katholiken in Deutschland jahrzehntelang als politisch unzuverlässig galten, eröffnete der Weltkrieg die Chance zu deutlichen Loyalitätsbekundungen gegenüber dem Deutschen Reich. Mit dem Kampf um das Reich wurde auch ein Kampf um die überlieferte Ordnung geführt. So wurde der Erste Weltkrieg zum Katalysator für politische Reformansätze, die die monarchischen Strukturen beseitigten und in der Katholischen Kirche das Erstarken der Laien und Reformbestrebungen wie z. B. Quickborn oder die Liturgische Bewegung begünstigten. Erstmalig liegt hier eine zusammenfassende Darstellung des Verhaltens der deutschen Katholischen Kirche im Ersten Weltkrieg vor. Ein Interview dazu auf katholisch.de, der Zeitschrift Denken+Glauben und ein Buchtipp bei Radio Vatikan. Besprechung und ausführlicher Artikel auch beim ORF und auf Welt.de. Zum Thema gab es auch ein längeres Feature im Hessischen Rundfunk.

 

Eine inhaltliche Zusammenfassung zum Thema findet sich in meinem Beitrag für die Schweizer Zeitschrift forumkirche.